
Literarisch-musikalische Veranstaltung am 27. Januar im Gymnasium Julianum
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. 40 Jahre später traf ich mit anderen Autoren aus dem Bundesgebiet eine Woche lang mit ehemaligen Häftlingen in der Jugendbegegnungsstätte Auschwitz/Oswiecim zusammen. Die Überlebenden berichteten vom Lageralltag, von entsetzlichen Schändlichkeiten und natürlich von ihren Schicksalen. So erzählte z.B. ein Häftling, der als sogenannter „politischer Pole“ inhaftiert war, dass er als LKW-Fahrer zwischen dem Stammlager und dem Feld in Birkenau Transporte durchführen musste und dadurch überlebte. Ein anderer überstand das Inferno, weil er als Kalligraph fein säuberlich Tötungen durch Luftspritzungen in die Venen zu dokumentieren hatte. Kasimierz Smolen, ebenfalls als „politischer Pole“ nach dem Widerstand gegen Hitlers Einmarsch gefangenommen, schilderte die Entstehungsgeschichte des Sees neben dem Krematorium V.
Häftlinge mussten mit primitiven Werkzeugen und teils mit bloßen Händen eine riesige Grube für die anfallende Asche ausheben. Über dieses nasse Massengrab schrieb ich das „klagelied vom aschseegrund“. Ich trage es neben weiteren Gedichten und Liedern vor Schüler*innen des 11. Jahrgangs am Gymnasium Julianum vor. Überdies thematisieren meine Verse auch den Rassismus von heute, warten doch wieder Nazis in diversen Parlamenten auf die Machtübernahme.
Gedichte, Lieder und Bildprojektionen zum Tag der Auschwitzbefreiung mit Johann Voß
Helmstedt
27. Januar 2026
Gymnasium Julianum
Forum, 9.40 bis 11 Uhr